Auf das Gutachten der Handelskammer zum Universitätsstandort hat die Wissenschaftsbehörde sehr verhalten reagiert, hier ist die Pressemitteilung dokumentiert:
Uni-Bauentwicklung - Handelskammer-Papier lässt Fragen offen
Wissenschaftsbehörde setzt auf konstruktiven Dialog
Sie sehen eine junge Frau die durch einen Feldstecher sieht und im Linken Gals eine Spiegelung der Alten Universität hat und im rechten Glas eines der Szenarien mit der Uni auf dem Kleinen Grasbrook.
Die Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF) zeigt sich erfreut, dass nunmehr auch das Standpunkte-Papier der Handelskammer zur baulichen Entwicklung der Universität Hamburg vorliegt. Die BWF begrüßt ausdrücklich die Aussage des Papiers zur Notwendigkeit ausreichender Entwicklungspotenziale für die Universität sowie absehbarer, aber noch nicht berechenbarer Raumbedarfe und die Bedeutung von Flächen für Ausgründungen.
Auch wenn eine eingehende Prüfung des Papiers der Handelskammer seitens der BWF aus Zeitgründen noch nicht erfolgen konnte, so zeigt doch ein erster kursorischer Durchblick, dass beim Konzept der Handelskammer viele Aspekte einer vertieften Untersuchung bedürfen und noch einige Fragen offen bleiben.
So stellt sich z.B. die Frage, ob die unter Denkmalschutz stehende riesige Halle des Großmarktes ohne ausreichendes Tageslicht für eine universitäre Nutzung geeignet ist. Die relativ große Entfernung zwischen der Mathematik, -Informatik- und Naturwissenschaftlichen Fakultät (MIN) und dem Hauptcampus mit den Hörsälen könnte sich ebenso als Problem erweisen. Die Verfügbarkeit der Flächen des heutigen Großmarktes wie im Alternativ-Standort „Klostertor” aufgegriffen, lassen aufgrund der Bestandsgarantie bis 2034 mit Sonderkündigungsrecht 2024 eine kurzfristig realisierbare Lösung für die Uni unwahrscheinlich scheinen.
Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „Ich freue mich, dass die Handelskammer mit ihrem Standpunkte-Papier zur breiten öffentlichen Diskussion beiträgt, die wir mit unserer Entwicklungsstudie angestoßen haben. Wir werden das Standpunkte-Papier der Handelskammer wie auch die anderen vorliegenden Vorschläge einer eingehenden Prüfung unterziehen. Dazu werden wir das vertrauensvolle Gespräch mit der Handelskammer suchen, um aus unserer Sicht noch offene Fragen oder widersprüchliche Aussagen abzuklären. Belastbare Daten, wie wir sie in unserer Studie vorgelegt haben, sind schließlich die grundlegende Voraussetzung für eine abschließende Empfehlung an Senat und Bürgerschaft im Frühjahr 2010. Derzeit hat das Papier noch mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen.”
Neben der Untersuchung der funktionalen Aspekte gilt es, die grobe Kostenschätzung der Handelskammer detailliert aufzubereiten, um Transparenz zu erzeugen. So wurden bei der Erarbeitung der Studie zur baulichen Entwicklung der Universität Hamburg alle relevanten Gebäude einer eingehenden Untersuchung durch Experten unterzogen. Hierbei haben nicht nur die Gebäudestruktur und der Brandschutz eine Rolle gespielt, sondern insbesondere funktionale Aspekte für die universitäre Nutzung. Sieht das Handelskammer-Papier nur 17 Gebäude als dringend sanierungsbedürftig an, so hat die Studie ergeben, dass rund zwei Drittel der untersuchten Gebäude in einem schlechten bzw. sehr schlechten Zustand sind. Allein dieser Aspekt macht deutlich, dass bei der Kostenermittlung unterschiedliche Kriterien zugrunde gelegt wurden.
Den Vorwurf der Handelskammer, der Struktur- und Entwicklungsplan der Universität (STEP) hätte in die Studie von Ernst & Young einbezogen werden müssen und die Studie erst nach Verabschiedung des STEP entwickelt werden dürfen, weist die BWF energisch zurück. Die BWF hat stets betont, dass die schon damals vorliegenden Grunddaten des STEP in die Studie von Ernst & Young eingeflossen sind und diese insoweit auf einer soliden Basis aufbaut.
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