Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat sich erneut gegen eine Verlagerung der Hamburger Universität ausgesprochen. SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt sagte, die Universität müsse am jetzigen Standort weiterentwickelt werden - und weiter: „Der Senat muss ihr dort eine Perspektive bieten, statt weiterhin stur an den Plänen der Wissenschaftssenatorin festzuhalten.” Die unselige Verlagerungsdebatte habe bereits zu einem weitgehenden Planungsstillstand und zu einer Verschärfung des Sanierungsstaus an den Uni-Gebäuden geführt. Stapelfeldt bot den anderen Bürgerschaftsfraktionen an, gemeinsam einen Pakt für die bauliche Entwicklung der Universität zu schließen.
„Wir brauchen auch in der Bürgerschaft einen Konsens darüber, wie es mit der Hamburger Universität weitergehen soll. Ich bitte alle Fraktionen um die Bereitschaft, im Interesse der Universität an einem Strang zu ziehen”, sagte Stapelfeldt. Die Zukunft der Universität in der nationalen und internationalen Konkurrenz sei so wichtig, dass hier Fraktions- und Parteiinteressen zwingend zurückstehen müssten.
Es bestehe bereits weitgehend Konsens, dass man von einer Verlagerung der Universität in das Hafengebiet Abstand nehmen sollte. „Statt diese lähmende Diskussion weiter zu treiben, sollte endlich in die bauliche Entwicklung der Universität investiert werden. Niemand glaubt ernsthaft, dass ein kompletter Neubau der Uni auf dem Kleinen Grasbrook mit den geschätzten fünf Milliarden Euro zu finanzieren ist. Außerdem ist mittlerweile erwiesen, dass die Raumbedarfe der Universität auch in Eimsbüttel erfüllt werden können. Es gibt also diesbezüglich keinen Grund für eine Fortsetzung der Verlagerungsdiskussion”, sagte Stapelfeldt.
Statt weiter eine Scheindiskussion über ein „totes Projekt” zu führen, müsse der Senat den Planungsstillstand an der Uni beseitigen und die dringenden Baumaßnahmen in Angriff nehmen. So sollte beispielsweise die seit langem vorgesehene Verlagerung der Informatik aus Stellingen an den Martin-Luther-King-Platz erfolgen. Ebenso sollte die innere Sanierung des Philosophenturms, die Sanierung des Geomatikums und der Neubau eines Studierendenzentrums auf die Tagesordnung kommen, forderte die SPD-Hochschulpolitikerin.
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