Nachtigall, ick hör dir trapsen:
Die Welt: Oberbaudirektor: Bildung soll Viertel stabilisieren
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Die Welt: Oberbaudirektor: Bildung soll Viertel stabilisieren
Hamburger Abendblatt: Trittfehler und Hexenjagd
Die Welt: Bezirk Eimsbüttel wirft Senatorin schlechten Stil vor
Hamburg 1: Entscheidung über Uni Umzug im März (Video)
Hamburg 1: Nachgefragt: Universitätsumzug (Video)
hh-heute.de: GAL Eimsbüttel: Uni hat Chance in Eimsbüttel
Der Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. spricht sich in seiner Pressemitteilung, die hier abgedruckt wird, vehement gegen einen Neubau der Universität auf dem Kleinen Grasbrook aus und fordert, dass die knappen Hafenflächen dauerhaft für Hafenzwecke genutzt werden.
„Die gestrigen Äußerungen der Senatorin Gundelach und des Oberbaudirektors Walter vor dem Wissenschaftsausschuss verdeutlichen, dass die Diskussion über die bauliche Entwicklung der Universität von Anfang an weder neutral noch ergebnisoffen geführt wurde.“, so Norman Zurke, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg e.V. „Aus Sicht der Hafenwirtschaft ist die von der Wissenschaftsbehörde in Auftrag gegebene Studie nicht aussagefähig, da darin ausschließlich stadtentwicklungspolitische Aspekte abgewogen werden. Die entscheidende Frage, nämlich wie sich eine Universitätsverlagerung auf die Umschlagsentwicklung und Beschäftigung im Hafen auswirken würde, ist weder untersucht noch berücksichtigt worden.“, so Zurke weiter.
Fakt ist, dass der Hafen für den Umschlag Flächen mit Wasseranschluss und ausreichender Wassertiefe für Seeschiffe braucht – die Universität nicht! Aufgrund der geographischen Lage des Hafens mitten in der Stadt sind solche Flächen knapp bemessen.
Auf dem Kleinen Grasbrook ist mit dem Überseezentrum das größte Unternehmen für Lager- und Kontraktlogistik im Hafen sowie angrenzend ein Multifunktionsterminal mit der einzigen Abfertigungsmöglichkeit für Frucht- und Kühlschiffe sowie für die Verladung von Fahrzeugen angesiedelt. Darüber hinaus haben die Unternehmen auf dem O´Swaldkai eine Bestandsgarantie bis zum Jahr 2025. Zudem sind Konflikte zwischen Studieren/Wohnen und Gewerbe aufgrund der mit dem Hafenbetrieb verbundenen und unvermeidbaren Lärmemissionen vorprogrammiert.
Ein Neubau der Universität auf dem Kleinen Grasbrook würde zu einer Abwanderung dieser Hafendienstleistungen in andere Häfen führen, da für die dort angesiedelten Unternehmen keine Ersatzflächen im Hafen zur Verfügung stehen. Folglich würden der Stadt Wertschöpfung, hafenbezogene Steuern und Einnahmen sowie Arbeitsplätze verloren gehen.
Nach der Sitzung des Wissenschaftsausschusses zum möglichen Umzug der Hamburger Universität in den Hafen hat die SPD-Fachsprecherin für Hochschulpolitik, Dorothee Stapelfeldt, scharfe Kritik an Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) geübt. “Was für Innensenator Ahlhaus die Reiterstaffel ist, ist für Wissenschaftssenatorin Gundelach offensichtlich der Umzug der Universität - ein Lieblingsprojekt mit fragwürdigem Wert”, sagte Stapelfeldt.
Die Senatorin isoliere sich mit ihrer Position und habe sich offensichtlich in ein Projekt verrannt, für dessen Umsetzung nach Aussage des Oberbaudirektors die Summe von fünf Milliarden Euro eingeplant werden müsste. “Die Haushaltslage ist dramatisch. Auf Hamburg kommen durch die Steuergesetze der neuen Bundesregierung neue Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe zu. Vor diesem Hintergrund erweckt die Wissenschaftssenatorin mit ihrem Festhalten an den Umzugsplänen den Eindruck, sie sei der realen Welt entrückt”, sagte Stapelfeldt. Pläne, wie sie die Senatorin verfolge, könnte angesichts der derzeitigen Finanzlage der Stadt draußen niemand nachvollziehen.Das Vorgehen Gundelachs lege darüber hinaus den Verdacht nahe, dass die Senatorin in erster Linie den neuen Präsidenten der Universität vor vollendete Tatsachen stellen wolle. Dieser hatte am vergangenen Freitag - im Beisein der Senatorin - noch erklärt, vor einer Entscheidung über einen Umzug müssten alle Fakten und Argumente gründlich geprüft werden. Auch vor diesem Hintergrund erscheine die Position Gundelachs “hochgradig fragwürdig”, sagte Stapelfeldt.
NDR: Hamburg Journal 15. Dezember (Video)
NDR: Hamburg Journal 14. Dezember (Video ab 8:20)
Hamburg 1: Nachgefragt: Gundelach zur Uni-Hamburg (Video)
Die Welt: Streit über möglichen Umzug der Universität eskaliert
Die Welt: Scheinheilige Uni-Debatte
Hamburger Morgenpost: Uni-Umzug: Jetzt eskaliert der Streit!
die tageszeitung: Gundelach geht aufs Ganze
die tageszeitung: Politischer Autismus
Bild: Entscheidung über Standort für Hamburgs Uni erst im März
hamburg.business.on.de: Präses Horch: „Unbegründet und vorschnell!”
Das Hamburger Abendblatt hat sein kostenfreies Online-Angebot extrem eingeschränkt. Die folgenden Artikel sind kostenpflichtig. Derzeit kann dies noch über eine zwischengeschaltete Googlesuche umgangen werden. Ob dies immer so bleibt, ist ungewiss.
Hamburger Abendblatt: Wissenschaftssenatorin “Gegenwind gehört einfach dazu”
Hamburger Abendblatt: Die Reaktionen: Kein Lob, nur Kritik
Hamburger Abendblatt: Handelskammer: Umzug unnötig
Hamburger Abendblatt: “Hier wollen die eine Uni bauen?”
Die Handelskammer hat sich mit zwei Pressemitteilungen in der aktuellen Debatte zu Wort gemeldet:
Stellungnahme von Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg
„Die heute Nachmittag überraschend vorgelegten Ergebnisse der behördlichen Überprüfung der Kammervorschläge zur baulichen Entwicklung der Uni sind für uns nicht nachvollziehbar. Dies gilt sowohl im Hinblick auf das eingeschlagene Verfahren, wie auch im Hinblick auf den beauftragten Gutachter. Das beauftragte Architekturbüro gmp ist verantwortlich für den Grasbrook-Vorschlag, und damit befangen. Es hätte der Behörde gut angestanden, einen neutralen Gutachter zu beauftragen. Ich empfehle dringend, diesen Schritt zu gehen und die begonnenen Gespräche fortzusetzen. Wir werden in Kürze ausführlich zu dem Vorgang Stellung nehmen.”
Präses Horch: „Unbegründet und vorschnell!”
Die Handelskammer hat die Kritik der Wissenschaftsbehörde (BWF) an ihren Vorschlägen zur baulichen Entwicklung der Universität als „unbegründet” zurückgewiesen. „Planungsfachliche Fehler, wie von Senatorin Gundelach unterstellt, sind uns nicht vorzuwerfen”, so Präses Frank Horch. Er bezeichnete im Gegenzug die Prüfungsergebnisse des von der Behörde beauftragten Architekturbüros gmp als „nicht nachvollziehbar”. Leider hätten die Gutachter keinen Kontakt zur Kammer und zum Bezirksamt Eimsbüttel gesucht, um die unterschiedlichen Entwürfe abzugleichen. Horch: „Dann hätte sich einiges aufklären lassen.” Und deshalb sei das Urteil der Senatorin ohne vorherige Rücksprache mit der Handelskammer „vorschnell”. Völlig unverständlich sei ihm zum Beispiel, dass gmp die Flächen in der „Alten Post” am Standort Rotherbaum einfach herausgerechnet habe, obwohl sie in den eigenen Vorschlägen der BWF mit 30.000 Quadratmetern Hauptnutzfläche noch enthalten seien. Außerdem stünden an der Rothenbaumchaussee auf dem Uni-Sportplatzgelände noch erhebliche Baureserven zur Verfügung, durch deren Nutzung der Sportplatz zwar verkleinert, aber auf keinen Fall aufgegeben werden müsse. Flächen für „Spin-offs”, also für Existenzgründungen aus der Universität heraus, stünden, anders als von der BWF behauptet, in Eimsbüttel mit der Gewerbeschule G 2 und an der Reinfeldstraße „in nennenswertem Umfang” zur Verfügung.
Auch die Einwände der Behörde gegen den von der Handelskammer vorgeschlagenen Alternativ-Standort Klostertor/Rothenburgsort teilt der Präses nicht. „Der für einen Neubau angedachte Standort besticht durch Lagegunst und Stadtentwicklungspotenzial.” Eine Verlagerung des Großmarktes sei deutlich vor 2018 denkbar, wenn den dortigen Betrieben ein geeigneter neuer Standort und faire Rahmenbedingungen für den Umzug angeboten würden. Auch die von den Gutachtern kritisierte räumliche Trennung des neuen Uni-Geländes durch die Billhorner Brückenstraße sei kein Ausschlusskriterium. Präses Horch: „Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat im Rahmen des ‚Masterplans Stadttor Süd-Ost’ bereits vor einigen Jahren überzeugend aufgezeigt, wie sich dieser Straßenzug überwinden ließe.”
Zu den Baukosten habe sich die Handelskammer nie widersprüchlich geäußert. „Bei der Vorstellung des Standpunkt-Papiers haben wir auf Nachfrage die reinen Neubaukosten am heutigen Standort genannt”, so Horch weiter. Vor dem Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft habe die Handelskammer auf Basis der BWF-Berechnungen dargelegt, dass ein Neubau der Universität am Standort Klostertor/Rothenburgsort um 400 Millionen Euro teurer würde als deren Modernisierung in Eimsbüttel. Bei einem Neubau auf dem mittleren Kleinen Grasbrook entstünden sogar Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro, für die kein schlüssiges Finanzierungskonzept vorliege. Präses Horch bedauert, dass die BWF mit der Überprüfung der Kammervorschläge nicht einen neutralen Gutachter beauftragt habe, sondern mit dem Architekturbüro gmp den Verfasser der Entwürfe für den Kleinen Grasbrook.
Zu dem erneuten Versuch der Wissenschaftssenatorin Gundelach die Verlagerung der Universität zu propagieren, erklärt Gabor Gottlieb, Mitglied der SPD-Bezirksfraktion Eimsbüttel: „Die Senatorin Gundelach scheint so verliebt in ihr Projekt zu sein, dass sie das eigentliche Ziel aus den Augen verloren hat. Die Frage ist, wo eine Stadtteiluniversität die beste Zukunft hat, im Hinblick auf den Stadtteil und die Universität. Es geht weder um den „Sprung über die Elbe” noch um ein weiteres Leuchtturmprojekt des Senates. Manchmal denke ich, Frau Gundelach glaubt, sie sei noch Staatssekretärin für Stadtentwicklung und nicht Wissenschaftssenatorin.”
Sowohl die Handelskammer als auch der Bezirk Eimsbüttel haben gute Vorschläge erarbeitet, wie eine im Stadtteil integrierte Universität im Eimsbüttel aussehen kann. Beide Planungen verdienen es nicht einfach per Pressemitteilung der Senatorin abgekanzelt zu werden. Auch eine Beurteilung der Vorschläge durch die Gutachter gmp wirft Fragen auf.
„Wenn die Senatorin die Autoren der umstrittenen Behörden-Studie und ihre „Haus und Hof”-Gutachter zum Schiedsrichter bestimmen will, wird doch der Bock zum Gärtner gemacht. Ich habe den Eindruck, dass die nach dem Sturz von Präsidentin Auweter-Kurtz und den Studentenprotesten politisch angeschlagene Senatorin versucht ihre letzte Idee jetzt mit dem Rammbock durchzusetzen.” so Gottlieb weiter. „Das ganze Verfahren wird langsam zur Farce. Es scheint so, als ob das Ergebnis „Umzug” von Anfang an feststand und nur noch das passende Verfahren drum herumgebastelt wurde.”
Zur erneuten Diskussion über eine Verlagerung der Universität in den Hafen erklärt ver.di-Landeschef Wolfgang Rose: „Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) ignoriert den Willen der meisten Hamburger Bürger und der Wirtschaft, die eine Verlagerung der Uni zum Kleinen Grasbrook ablehnen. Mit ihrer halsstarrig vorgetragenen Retortenpolitik tut die Senatorin der Stadt keinen Gefallen - sie schadet dem Hafen und seinen Arbeitsplätzen. Wenn das so weitergeht, wird Frau Gundelach mit ihren Raum- und Geldvernichtungsplänen als Symbol gescheiterter Gigantomanie in die Stadtgeschichte eingehen.”Der Hafen mit seinen Flächen als industrielles Standbein Hamburg müsse gesichert werden. Rose weiter: “Und die Unigebäude brauchen keine Kräne und Kaianlagen, die Studenten und Uni-Beschäftigten können auch ohne Elbblick lernen und lehren. Frau Gundelach umgibt sich aber offenbar nur mit Ratgebern und Gutachtern, die allein ihren Strategien folgen. Hamburg braucht eine organische Stadt- und Hafenentwicklung. Dazu gehören Entwicklungsflächen des Hafens und der Arbeitswelt ebenso wie eine Universität im Stadtteil Rotherbaum, der mit seiner umfassenden Infrastruktur und einem gewachsenen sozialen Umfeld der optimale Uni-Standort ist und bleibt.”
Die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dorothee Stapelfeldt, hat Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) vorgeworfen, sich in der Diskussion über einen Umzug der Universität in den Hafen zu verrennen. “Anscheinend ist Senatorin Gundelach nach wie vor entschlossen, ihre umstrittenen Pläne zur Verlagerung der Universität Hamburg in das Hafengebiet umzusetzen - auch nachdem ihr mit der früheren Präsidentin der Universität ihre einzige Mitstreiterin abhanden gekommen ist”, sagte Stapelfeldt. Anlass ist eine Pressemitteilung der Wissenschaftssenatorin, wonach die Vorschläge von Handelskammer und Bezirksamt Eimsbüttel zur baulichen Entwicklung der Universität Hamburg keine wirklichen Alternativen zur Verlagerung der Uni auf den Kleinen Grasbrook darstellten. Stapelfeldt sagte weiter: “Gegenargumente scheinen die Senatorin nicht zu interessieren. Wenn - wie geschehen - andere Organisationen wie die Handelskammer und das Bezirksamt Eimsbüttel ihre fachliche Expertise verwenden, um Erweiterungsoptionen am jetzigen Standort Rotherbaum aufzuzeigen, werden diese offensichtlich genauso geprüft, wie in der Ursprungsstudie zur baulichen Entwicklung der Universität, die von der Wissenschaftsbehörde bestellt wurde: Es drängt sich der Verdacht auf, dass auch hier das Ergebnis bereits vorher feststand und nichts anderes herauskommen durfte, als dass der Kleine Grasbrook die einzig sinnvolle Lösung ist. Das würde bedeuten, dass die Bewertungen von Handelskammer und Bezirksamt bewusst einem politischen Kalkül untergeordnet werden.
Das Hauptargument der Wissenschaftssenatorin und des von ihr beauftragten Büros, die Vorschläge von Handelskammer und Bezirksamt Eimsbüttel würden zu wenig Erweiterungsflächen für die Universität vorsehen, fußt erneut auf den umstrittenen Annahmen hinsichtlich der Flächenbedarfe, die bereits der Ursprungsstudie zur baulichen Entwicklung der Universität zugrunde lagen. Diese massiven Erweiterungsnotwendigkeiten konnten aber bisher in mehreren intensiven Beratungen im Wissenschaftsausschuss nicht überzeugend untermauert werden und scheinen deshalb eher den Charakter eines “Totschlagsarguments” zu haben.”
Eine genauere Analyse und damit auch eine fachlich fundierte Befassung in der heutigen Wissenschaftsausschusssitzung sind der Opposition nicht möglich, weil die Wissenschaftsbehörde die Ergebnisse der Prüfung der beiden Alternativkonzepte erst zwei Stunden vor Sitzungsbeginn per Pressemitteilung mitteilte. Das ist ein Affront gegen den Wissenschaftsausschuss.”