Die Handelskammer hat sich mit zwei Pressemitteilungen in der aktuellen Debatte zu Wort gemeldet:
Stellungnahme von Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg
„Die heute Nachmittag überraschend vorgelegten Ergebnisse der behördlichen Überprüfung der Kammervorschläge zur baulichen Entwicklung der Uni sind für uns nicht nachvollziehbar. Dies gilt sowohl im Hinblick auf das eingeschlagene Verfahren, wie auch im Hinblick auf den beauftragten Gutachter. Das beauftragte Architekturbüro gmp ist verantwortlich für den Grasbrook-Vorschlag, und damit befangen. Es hätte der Behörde gut angestanden, einen neutralen Gutachter zu beauftragen. Ich empfehle dringend, diesen Schritt zu gehen und die begonnenen Gespräche fortzusetzen. Wir werden in Kürze ausführlich zu dem Vorgang Stellung nehmen.”
Präses Horch: „Unbegründet und vorschnell!”
Die Handelskammer hat die Kritik der Wissenschaftsbehörde (BWF) an ihren Vorschlägen zur baulichen Entwicklung der Universität als „unbegründet” zurückgewiesen. „Planungsfachliche Fehler, wie von Senatorin Gundelach unterstellt, sind uns nicht vorzuwerfen”, so Präses Frank Horch. Er bezeichnete im Gegenzug die Prüfungsergebnisse des von der Behörde beauftragten Architekturbüros gmp als „nicht nachvollziehbar”. Leider hätten die Gutachter keinen Kontakt zur Kammer und zum Bezirksamt Eimsbüttel gesucht, um die unterschiedlichen Entwürfe abzugleichen. Horch: „Dann hätte sich einiges aufklären lassen.” Und deshalb sei das Urteil der Senatorin ohne vorherige Rücksprache mit der Handelskammer „vorschnell”. Völlig unverständlich sei ihm zum Beispiel, dass gmp die Flächen in der „Alten Post” am Standort Rotherbaum einfach herausgerechnet habe, obwohl sie in den eigenen Vorschlägen der BWF mit 30.000 Quadratmetern Hauptnutzfläche noch enthalten seien. Außerdem stünden an der Rothenbaumchaussee auf dem Uni-Sportplatzgelände noch erhebliche Baureserven zur Verfügung, durch deren Nutzung der Sportplatz zwar verkleinert, aber auf keinen Fall aufgegeben werden müsse. Flächen für „Spin-offs”, also für Existenzgründungen aus der Universität heraus, stünden, anders als von der BWF behauptet, in Eimsbüttel mit der Gewerbeschule G 2 und an der Reinfeldstraße „in nennenswertem Umfang” zur Verfügung.
Auch die Einwände der Behörde gegen den von der Handelskammer vorgeschlagenen Alternativ-Standort Klostertor/Rothenburgsort teilt der Präses nicht. „Der für einen Neubau angedachte Standort besticht durch Lagegunst und Stadtentwicklungspotenzial.” Eine Verlagerung des Großmarktes sei deutlich vor 2018 denkbar, wenn den dortigen Betrieben ein geeigneter neuer Standort und faire Rahmenbedingungen für den Umzug angeboten würden. Auch die von den Gutachtern kritisierte räumliche Trennung des neuen Uni-Geländes durch die Billhorner Brückenstraße sei kein Ausschlusskriterium. Präses Horch: „Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat im Rahmen des ‚Masterplans Stadttor Süd-Ost’ bereits vor einigen Jahren überzeugend aufgezeigt, wie sich dieser Straßenzug überwinden ließe.”
Zu den Baukosten habe sich die Handelskammer nie widersprüchlich geäußert. „Bei der Vorstellung des Standpunkt-Papiers haben wir auf Nachfrage die reinen Neubaukosten am heutigen Standort genannt”, so Horch weiter. Vor dem Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft habe die Handelskammer auf Basis der BWF-Berechnungen dargelegt, dass ein Neubau der Universität am Standort Klostertor/Rothenburgsort um 400 Millionen Euro teurer würde als deren Modernisierung in Eimsbüttel. Bei einem Neubau auf dem mittleren Kleinen Grasbrook entstünden sogar Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro, für die kein schlüssiges Finanzierungskonzept vorliege. Präses Horch bedauert, dass die BWF mit der Überprüfung der Kammervorschläge nicht einen neutralen Gutachter beauftragt habe, sondern mit dem Architekturbüro gmp den Verfasser der Entwürfe für den Kleinen Grasbrook.
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