Archiv für Juni 2010

Wissenschaftssenatorin in der Sackgasse - SPD Kritik und Vorschläge sind bestätigt worden!

Verfasst von Gabor Gottlieb am 15. Juni 2010 --- Kommentar hinzufügen

Nach zwei Jahren Stillstand für die bauliche Entwicklung der Universität, nach zwei Jahren fruchtloser Handlungen der Wissenschaftsbehörde auf der Basis tendenziöser Studien ist die Wissenschaftssenatorin in einer Sackgasse, wie die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dr. Dorothee Stapelfeldt betonte. Die Verlagerungspläne seien für die Entwicklungsperspektiven der Universität weder wünschenswert noch notwendig, sie seien schlicht unnötig, unverantwortlich und wissenschaftspolitisch unsinnig gewesen. Die Verlagerung wäre für die haushaltspolitische Situation der Stadt desaströs geworden.
„Die unsäglichen Planungen von Bürgermeister und Wissenschaftssenatorin, die Universität zum stadtentwicklungspolitischen Instrument des Sprungs über die Elbe zu machen, haben ein Ende gefunden,” so Stapelfeldt. „Das ist richtig. Unsere Kritik, aber auch unsere Vorschläge sind in vollem Umfang bestätigt worden.
Ich erwarte, dass der Universität nun eine verbindliche bauliche Entwicklungsperspektive gegeben wird. Die Vernachlässigung der Universitätsgebäude durch den Senat muss nun schnell ein Ende finden. Wir werden den Bürgermeister beim Worte nehmen, der in der Bürgerschaft ankündigte, zukünftig einen Schwerpunkt der Investitionen Hamburgs auf die Universität zu legen und dreistellige Millionenbeträge zu investieren.
Die SPD-Fraktion hat erst kürzlich ein Konzept zur baulichen Entwicklung der Universität vorgelegt, welches die Sanierung bestehender Gebäude und die Erweiterung der Hochschule um knapp 92.000 Quadratmeter vorsieht. Die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen sind planungsrechtlich abgesichert, zügig umsetzbar und mit realistischen Kostenansätzen versehen. Sie würden die bauliche Situation der Universität entscheidend verbessern und wären in 10 Jahren realisierbar.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass es der Universität Hamburg und dem Bezirksamt Eimsbüttel gemeinsam gelingen wird, eine gute Lösung für die bauliche Entwicklung der Universität in Eimsbüttel zu finden. Danach sollte sich der Senat in seiner Entscheidung richten. Die Chance eines Neuanfangs für die Universität Hamburg muss genutzt werden”, appellierte Stapelfeldt.

Kein Umzug, sondern Ausbau und Renovierung am jetzigen Standort

Verfasst von Gabor Gottlieb am 6. Juni 2010 --- Kommentar hinzufügen

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat ein umfassendes Konzept für die Entwicklung der Hamburger Universität am Standort Eimsbüttel vorgelegt. Dieses Konzept umfasst eine umfangreiche Sanierung bestehender Gebäude sowie Aus- und Neubau von Universitätsgebäuden in einem Gesamtvolumen von rund 581 Millionen Euro. Der im Senat noch immer diskutierte Umzug der Universität in den Hafen würde demgegenüber geschätzt vier Milliarden Euro, ein Teilumzug zwei Milliarden Euro kosten. Die SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt forderte den CDU-GAL-Senat auf, Planspiele für einen Teil- oder Gesamtumzug der Universität endlich zu beenden. Kernpunkte der Vorschläge sind vor allem die Erweiterung und Modernisierung der Universitätsräume an ihren Hauptstandorten an der Bundesstraße / Martin-Luther-King-Platz und am Von-Melle-Park.

So soll unter anderem am Campus Bundesstraße / Martin-Luther-King-Platz unter anderem durch die Randbebauung Sedanstraße / Bundesstraße und Bundesstraße-Ost bei Investitionen von 68 Millionen Euro ein Flächenzugewinn von insgesamt 17.800 Quadratmetern erreicht werden. Das Geomatikum könnte umbaut und energetisch saniert werden - mit einer maximal fünfeinhalb-geschossigen Bebauung würde ein Flächenzugewinn von 14.000 Quadratmetern erzielt. Die Kosten hierfür betragen rund 50 Millionen Euro. Die Kosten für den Neubau und die Verlagerung der Zoologie nach Klein Flottbek sind mit 30 Millionen Euro zu veranschlagen und werden zum Teil aus dem Konjunkturprogramm des Bundes finanziert.

Im Komplex Campus Von-Melle-Park könnte nach Erwerb und Herrichtung der Alten Post / Fernmeldeamt an der Schlüterstraße ein Flächenzugewinn von 22.000 Quadratmetern mit Kosten von 85 Millionen Euro erzielt werden. Abriss und Neubau des Wirtschaftswissenschaftlichen Gebäudes würde rund 80 Millionen Euro kosten.

Auch der Standort Uni-Sportpark könnte durch einen Neubau mit 3000 Quadratmetern Flächenzugewinn und Kosten von 10 Millionen Euro neue Perspektiven bekommen.
Im Bereich Edmund-Siemers-Allee / Moorweide könnte beim Kulturwissenschaftlichen Zentrum am Hauptgebäude mit einer Teilunterbauung des Vorplatzes und einer Sanierung ein Flächenzugewinn von 3000 Quadratmetern erzielen. Kosten: 14 Millionen Euro.
Appell für Erhalt und Ausbau der Universität am Standort Rotherbaum
Stapelfeldt forderte vom Senat eine klare und unmissverständliche Positionierung für Erhalt und Ausbau der Universität am Standort Rotherbaum. Diese klare Aussage sei auch mit Blick auf die nötige Stärkung des wissenschaftlichen Profils und die Beteiligung der Universität an der Exzellenzinitiative wichtig. „Der Senat muss den schon viel zu lange andauernden Stillstand beenden. Die Universität kann sich in Zeiten immer größer werdender Konkurrenz einen weiteren Zeitverzug nicht leisten. Sie braucht eine klare, verantwortbare und realisierbare Entscheidung über ihre Entwicklungsperspektiven”, sagte Stapelfeldt. Sie sprach sich dem SPD-Konzept entsprechend für den Ausbau der Universität mit Neubauten und Sanierungen am Standort Rotherbaum aus. Diese Entscheidung sei ohne eine große finanzielle Kraftanstrengung der Stadt nicht umsetzbar. Deshalb müsse der Senat sich zu einer klaren Prioritätensetzung entscheiden.
Die von Wissenschaftssenatorin und damaliger Universitätspräsidentin vor rund zwei Jahren entwickelte Idee eines Umzugs der Universität in den Hafen habe viel zu lange das Handeln von Wissenschaftsbehörde und - bis Ende 2009 - Universitätsleitung bestimmt. Gleichzeitig sei es zu einem fast vollständigen Stillstand drängender Planungsmaßnahmen an der Universität gekommen. „Der Sanierungsstau an den vorhandenen Universitätsgebäuden hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft”, sagte Stapelfeldt. Allein die Kosten für die dringendsten Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten lägen mittlerweile oberhalb der Grenze von 40 Millionen Euro, sagte Stapelfeldt. Sie berief sich dabei auf aktuelle Angaben des Senats. Wenn dieser jetzt eine 25-Millionen-Spritze ankündige, müsse er auch klar sagen, dass er damit nicht einmal die von ihm selbst definierten dringendsten Arbeiten bezahlen kann.

Den Verlagerungsplänen von CDU und GAL stellt die SPD-Bürgerschaftsfraktion ein eigenes Konzept entgegen. Es basiert auf dem Bürgerschaftsantrag 19/4016 „Der Universität Hamburg eine Perspektive geben und sie am Standort weiterentwickeln” und konkretisiert die dort skizzierten Vorstellungen.

Ziel ist es, Entwicklungsmöglichkeiten für die Universität in Eimsbüttel zu skizzieren, was ihre Bauten und ihr Raumangebot betrifft. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind planungsrechtlich abgesichert und können zügig in Angriff genommen werden. „Wichtig ist darüber hinaus, dass die Maßnahmen zusätzliche Flächen für die Universität schaffen würden. Mit dieser Lösung können wir einer weiteren Zersplitterung der Universität Hamburg Einhalt gebieten. Und sie erlaubt eine bauliche Entwicklung, die sich an den wissenschaftlichen Bedarfen und den Leitlinien von heute und morgen orientiert”, sagte die SPD-Hochschulexpertin.

Die Pläne der SPD zum Universitäts-Ausbau finden Sie hier.